Was bedeutet fotografieren für mich?

  • Sie heißen Geduld und Zuversicht und ihr Schicksal liegt in meinen Händen

Was bedeutet fotografieren für mich?

„Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.“ Christian Morgenstern.

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen für den Weg zu einem guten Foto. Man kann das Bild im Kopf entstehen lassen, und im Foto verwirklichen. Man kann die Technik ausreizen. Man kann alle möglichen Tipps zur Gestaltung anwenden. Man kann den goldenen Schnitt umsetzen, man kann aber auch, entgegen der Regel, alles anders machen.

Für mich bedeutet Fotografie hinschauen. Das ist eher intuitiv und weniger geplant. Natürlich nutze ich die Einstellung wie Blende, ISO und Belichtungszeit und orientiere mich an Gestaltungsregeln. Aber ich denke beim fotografieren weniger darüber nach. Genauso ungern würde ich ein Modell anweisen, wie es sich stellen oder bewegen soll. Lieber fotografiere ich aus der Situation heraus, fotografiere ich spontan und ungestellt.

Für mich ist es wichtig, dass Fotos eine Geschichte erzählen und Beziehungen zwischen den Dingen zeigen, den Regentropfen auf einer Blüte, die Blume im Himmel. Zu sehen was ist, wie es ist, dies herauszufinden ist mein Anreiz. Fotografieren heißt für mich lernen hinzuschauen, zu entdecken, wie sehenswert und schön die Natur, die Dinge, die Tiere und die Menschen sind. Meine Intention ist es, einen vielleicht einmaligen Moment zu zeigen, die Vielfalt, die Schönheit, das Leuchten des Lebens. Schön ist aber immer relativ und liegt im Auge des Betrachters.

Was ich versuche, ist mit der Perspektive zu spielen, dem Blickwinkel, der Tiefenschärfe, und eine Sicht, zu finden, die anders ist. Ich schau hin, aus meiner persönlichen Position, die ich einnehme, vielleicht gebückt, oder gegen das Licht oder von hinten und nehme es auf, wie ich es – in dem Moment – sehe, weniger wie ich es mir vorstelle oder gestalte, sondern mehr, wie es – aus meinem Blickpunkt – ist.

Für mich bildet ein Foto das ab, was ist, daher verändere meine Fotos digital nur minimal, um ihre Wirkung zu verbessern, indem ich die Kontraste und Farben mit einer Tonwertkorrektur anwende und den Ausschnitt anpasse. Damit es deutlicher wird, was ich sehe.

Das ist für mich das Reizvolle an der Fotografie: Sehen, und wahrnehmen, wie unendlich schön und vielfältig die Welt ist. Das versuche ich mit meinen Fotos zu zeigen.

Meine Art zu fotografieren ist ein Spiegel meiner selbst.

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