Ich bin dann mal tot. Weg. In einem Nichts verschwunden, so wie ich aus einem Nichts kam.

Und ich bin dann noch da. Das, was ich tat, was ich war, was ich lebte, auch so unvollkommen, wie ich war, lebt weiter, in den Menschen, die mich kannten, die mir nahe waren. So wie auch in mir das weiter lebt, was andere waren, wie mein Vater, mein Onkel, meine Großmutter, meine jüngste Schwester. Die Seele lebt, auch wenn der Körper stirbt.

Plötzlich tut da etwas weh. Der Schmerz bleibt. Jeden Tag kann eine Krankheit sichtbar werden, die man in sich trägt. Kann mich eine Diagnose aus dem Tagesrhythmus werfen.

Ich möchte dann wissen, was dieser Schmerz bedeutet. Was kann ich machen. Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es. Welche Chancen. Gibt es neue Wege. Aber keine Panik bitte.

Es wird schlimmer. Was muss ich ändern.

All dies, solange mein Gehirn aktiv ist, ich denke und fühle. All das aber nicht, um meinen Körper nur noch atmen zu lassen.

Die Diagnose ist klar und aussichtslos. Hoffnungslos. Wie viel Zeit bleibt mir dann noch. Bleibt mir die Zeit mich zu verabschieden, mich zu bedanken für das Geschenk des Lebens. Kann ich Menschen und Orte besuchen, die auf dem Weg meines Seins lagen, mich mit zu dem machten, der ich bin. Meinen Spuren. Meinen Menschen.

Noch bin ich gesund. Jeden Moment kann sich das ändern. Schneller als ein Wimperschlag. Vielleicht bleibt auch keine Zeit für den Abschied.

Darum lebt man. Um der fruchtbare Boden zu sein, zu werden für neues Leben. Wie eine verblühte Pflanze wieder zu Humus wird.

Geht den Weg des Lebens. Am besten, jeden Tag neu.

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