Gedanken von Michael – Meine Gedanken zur Zeit

Löwenzahn

Immer mehr. Immer höher. Immer weiter. In einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft, wie der unseren, zählt nur das. Wer da nicht mithält, der fällt hinten runter. Wird nicht anerkannt. Du hast nicht die aktuellen Markenklamotten? Dein Auto ist zu alt? Kein SUV? Zu klein? Dein Smartphone ist über ein Jahr alt? Du hast kein Geld, um in die neue, hippe Bar zu gehen? Du bist out.

Diese Leistungsgesellschaft fordert ihre Opfer. Du. Du suchst in einer Sucht verzweifelt vergessen und und entfernst dich so von dir selbst. Du. Du landest, nach vielen verschiedenen Therapien, wegen deiner Depression in der Psychiatrie. Du. Du funktionierst nur mit Medikamenten. Oder unter Drogen. Du. Du vergisst, wer du bist. Dein Ziel vor Augen hast du verloren. Nicht mehr auf dem Weg bist du. Oder auf einen Falschen. Du. Geblendet von einer Ideologie, der du folgst. Die dich nur benutzt. Ausnutzt. Du. Du läufst einfach nur mit. Ohne zu denken. Ohne dich selbst zu verstehen. Heute wählst du die Rechten, vor vier Jahren hast du links gewählt. Vielleicht aus Protest, aber was denkst du, weißt du das noch? Du. Vor lauter Arbeit hast du verlernt, hast du nicht den Raum und die Zeit, auf deinen eigenen Körper zu hören. Dein Körper, der krank wird. Du. Brauchst immer mehr und mehr, Neues, den großen Kick, um so etwas wie Glück zu fühlen. Ein bisschen reicht nicht. Du. Bist du das nächste Opfer?

Wir fordern. Ein Kind wird mit Forderungen erzogen. Mache dies. Und du bekommst das. Mache dein Zimmer sauber und du bekommst ein Eis. Bringe eine gute Zensur nach Hause und du bekommst 10 Euro. Dieser Form der Erziehung fordert und erzeugt Druck. Was passiert, wenn man diesen Druck unterdrückt. Nicht standhalten kann? Vielleicht schweigen sie. Die Kinder. Funktionieren. Und leben in der ständigen Anspannung, aufpassen zu müssen, um keinen Fehler zu machen. Vielleicht rebellieren die Kinder als Jugendliche. Machen alles anders. Weil sie sich einfach wehren. So entstehen Konflikte, die weiteren Stress erzeugen. Unzufriedenheit. Angst. Und seelische Krankheiten. Und Körperliche. Mit welchen Folgen?

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Kater Socke

Wenn wir meinen, alles zu verstehen, alles ausrechnen zu können, alles zu wissen, dann wird morgen etwas geschehen, was wir im Leben nicht glaubten, das es passieren könnte.

Samstag früh schafften es die Katzen Karo und Socke irgendwie, die Haustür auf zu bekommen. Als wir es merkten, war es zu spät. Die herzkranke, neugierige Katze Karo kam gleich rein ins Haus, der eher ängstliche Socke blieb verschwunden. Wir suchten am Morgen, wir suchten am Nachmittag. Wir hängten Aushänge aus. Wir weinten. Voller Sorge. Wir suchten am Abend, in der Nacht. Verloren den Mut. Und nicht doch auch die letzte Hoffnung. Die Zeit schien stehen zu bleiben. Am Sonntagvormittag verteilten wir unsere Suchzettel noch in den Briefkästen unserer nahen Nachbarn im Dorf. Mehr konnten wir nicht tun.

Anderthalbstunden später. Sonntag Mittag. Mein Handy klingelte. Eine Rufnummer aus dem Dorf. Der Nachbar gegenüber hatte gehört, dass der Hund seines Nachbarn, der gerade auf seinem Boot weilte, komisch jaulte. Er hatte vorher, am Sonntag (!), unseren Zettel gefunden. Und ging mal nachschauen. Und fand unseren blutenden Kater Socke unter der Hundehütte. Er sperrte den Hund ein. Und rief uns an.

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Sehr geehrter Herr Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!
Sehr geehrter Herr Kim Jong Un, oberster Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea, Nordkorea!

Ich habe große Angst. Bin in großer Sorge. Über Ihre gegenseitigen Provokationen. Die der Anfang einer unbeherrschbaren Lawine der Vernichtung werden könnte.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr Vater Sie nicht mit Gewalt gezeugt hat. Ihre Mutter hat Sie unter Schmerzen auf diese Welt gebracht. Hat Sie mit Liebe und Hoffnung das erste Mal im Arm gehalten. Sie haben eigene Kinder. Was ihre Mutter wollte, war ihr Leben. Was Sie für Ihre nächsten Angehörigen wollen, wollen alle Menschen, die mit Liebe Leben gebären. Leben.

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Wenn wir vertrauen können, dann können wir lieben. Wenn wir dieses vertrauen können von klein auf gelernt haben, so kann das unsere Kraft sein, für unser Leben, für unsere Liebe. Vertrauen und Liebe gehören zusammen. Vertrauen haben, lernen wir als Kind. Wenn wir Eltern erleben, denen wir vertrauen können, wenn wir aber diese Eltern nicht hatten, oder nicht immer, nur teilweise, dann bringt uns das als Kind ins Ungewisse. Wir spüren unseren Wunsch, wir erleben die Nähe unserer Eltern, und dann wieder die Ferne, die sich aus dem sein unserer Eltern ergibt. Aus dem, wie sie sind, in ihrem Leben. Geworden sind. Leben. Geben sie uns die Sicherheit, die Geborgenheit, den Trost? Handeln sie verlässlich, so das unsere Kinderseele sie versteht, ohne die Angst, etwas falsch zu machen, nicht zu genügen? Dieser Zwiespalt ist eine Quelle unserer Angst. Können wir vertrauen? Dem anderen? Uns selbst? Leben wir ein Leben, das uns zu Menschen macht, dem andere vertrauen können? Andere konnten meinen Vater vertrauen, baten ihn um Rat, kauften bei ihm ein. Ich konnte das nicht, ihm vertrauen, er war für mich als Kind unberechenbar. Das ist eine schwere Bürde.

Von meinem Vater ging viel Gewalt aus. Im Krieg stumpfte er ab. Verlor sich. Diese Aggressivität beherrschte sein Leben. Aggressivität zerstört. Zerstört Vertrauen. Ich bin nicht wie mein Vater. Aber wenn mir ein Mensch sagt, ich verlasse dich, wenn du einem mir nahem Menschen etwas antun würdest, so schürt es meine Angst. Kann man mir vertrauen, weil mein Vater so war wie er war?

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Der Mensch, in seinem Denken, sucht nach einen Sinn. Den Sinn des Lebens. Die Menschen wählen einen Führer – wenn sie Glück haben. Der Wohlstand verspricht. Und sehen nicht die Lügen, die hinter diesen Versprechen stehen. Der Mensch will glauben. Er sieht nicht, dass es dem Führer um die Macht geht, und die Erfüllung seines eigenen Wohlstands. Der Mensch sucht nach einen Sinn. Und kann es nicht der Wohlstand sein, so ist es der religiöse Glauben. Und er hört auf die, die diesen verkünden. Und die vielleicht das Andere zerstören. Mit Gewalt. Ohne Anerkennung des Lebens. Und ist es nicht der religiöse Glaube. So ist es das politische Ideal. Die radikale Gewalt vielleicht. Die Angst verbreitet. Spaltet. Zerstört. Nicht anerkennen kann, das Andere, das Leben. Ist das die Natur des Menschen?

Wir leben in einer Gesellschaft, einer Welt, in der nur eins wirklich zählt: Was habe ich. Was leiste ich. Das wird bewertet, von anderen. Das wird beurteilt und darauf ist das System ausgelegt, dass der Mensch möglichst immer funktioniert. Das Schulsystem lehrt unsere Kinder von klein auf, dass die Noten das Wichtigste sind. Du wirst verglichen und bewertet. Musst mitmachen, dich beweisen. Der Druck auf Sportler ist immens hoch. Bis sie zu unerlaubten Doping greifen. Um zu bestehen und noch mehr zu leisten. Aber welche Folgen hat das für den Körper, für die Seele? Was bringt diese Gier? Das Gesundheitssystem will uns „arbeitsfähig“ machen. Medikamente, Therapien dienen diesem Zweck. Gesund sein heißt, arbeiten zu können, leistungsfähig zu sein, als ein Teil dieses Systems. Damit lässt sich Geld verdienen. Doppelt. Die Menschen als arbeitendes, funktionierendes Werkzeug. Und die Menschen, als Konsumenten.

Ist das die Natur des Menschen?

Nicht falsch verstehen, Strom, Computer, das Rad, und was so alles der Mensch erfunden hat, in seiner Natur des Menschen, ist per se nicht schlecht. So wie wir leben können, wenn kein Krieg das Leben stört, ist schön, ist komfortabel und angenehm. Wir wollten fliegen können und können es. Aber nicht ohne wenn und aber. Denn diese Art zu Leben, in dieser Gesellschaft, die es mir ermöglicht, einen Computer zu haben, um diesen Text zu schreiben, Strom für meinen Kühlschrank, Räder am Auto, und was noch so alles, hat seinen Preis. Einen Preis, der die Menschheit zerstören könnte. Denn diese Leistungsgesellschaft, ob nun in der kapitalistischen Form oder auch in der sozialistischen, so wie wir sie kennen, macht Menschen „krank“. Macht Menschen zu Gefangenen in ihrem eigenen Körper. In ihrem eigenem Denken. Menschen, die nicht in dieses „Raster des funktionieren“ passen, werden ausgegrenzt. Natürlich, wir tun so, als ob wir ihnen helfen wollen, diese Hilfe ist aber ein Teil des Systems. Und zielt wenig darauf, dass der Mensch sich selbst leben kann, dass er eben nicht mehr zu funktionieren braucht, als Teil des Systems. Dann liegt er ja anderen auf der Tasche, wird gesagt. Das geht doch nicht. Wenn das alle so machen. Wird gesagt. Und diese Schuld erhöht weiter den Druck auf die Seele.

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Nein. Das war es nicht. Früher war nicht alles besser. Es war anders. Es hat sich entwickelt. Es hat sich verändert. Und diese Änderung nimmt uns von der Sicherheit, die wir suchen. Diese Veränderung gibt uns das Gefühl, mit der „neuen Zeit“ nicht mehr mit zu kommen. Verunsichert uns. Führt uns vor Augen, dass wir älter werden. Vielleicht sogar, abgehängt zu sein, in dieser Welt.

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In dieser Welt zu leben ist eine Strafe. Nein. In dieser Welt möchte ich nicht sein. Ein Lügner sagt über den anderen Lügner, er hat doch nicht gelogen. Er hat auch nichts verraten. Und die Welt glaubt ihm. Ein Lügner beschimpft die, die versuchen die Wahrheit zu sagen, als Lügner. Ein Lügner präsentiert sich als Opfer. Immer und immer wieder versucht er so, mit seiner Tirade, die Lüge zur Wahrheit zu machen. Und höhlt damit die Wahrheit aus. Korrektheit wird beschimpft. Bis alle es glauben, dass Korrektheit falsch ist. Dummheit entlarvt sich mit jeder Geste, jedem Wort. Wer etwas dagegen sagt oder tut, wird bedroht, entlassen, oder Schlimmeres. Bis keiner sich traut, seine eigene Meinung nur zu denken. Eine angebliche Bedrohung wird aufgebauscht, um so die Reaktion darauf zu rechtfertigen und die eigene Mächtigkeit zu beweisen, Hass zu schüren. Gewalt als Mittel wird gebilligt. Erlaubt. Als kleineres Übel. Selbst der Tod wird dabei billigend in Kauf genommen. Das Leben hat keinen Wert. Das Leben jedes einzelnen Menschen. Wird geopfert. Auf den Weg der Macht.

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Trump wettert wiedermal gegen die Presse. Auch nach 100 Tagen im Amt wird sein Krieg gegen die Medien weiter geführt. Natürlich ist er aus seiner Sichtweise der erfolgreichste Präsident der USA aller Zeiten. Seine Fans sind begeistert. Das Bild, was dieser Mensch von sich in der Welt zeichnet ist verschoben, falsch und gefährlich. Es widerspricht meinem tiefsten Sinn nach Gerechtigkeit.

In allem kann etwas Gutes sein. Aber nichts ist per se nur gut. Auch Medien sind nicht immer gut. Wie auch immer es passt, können Berichte, Filme und Fotos verändert und verfälscht werden. Um mit einem manipulierten Bild die Menschen zu beeinflussen. Wir, die Menschen, müssen wahnsinnig aufpassen, müssen einfach alles hinterfragen. Können nichts glauben. Und das überfordert uns oft, denn die Welt ist dermaßen komplex, dass es wohl keinen Menschen geben kann, der diese Welt noch überschauen kann. Deswegen brauchen wir Hilfe. Deswegen sind Medien per se nicht schlecht. Deswegen brauchen wir die unbedingte Pressefreiheit. Denn wir brauchen die Hilfe, diese komplexe Welt einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und uns unsere eigene Meinung zu bilden. Dabei müssen falsche Nachrichten erkannt werden, müssen die Medien der Wahrheit verpflichtet sein. So wie ein Arzt sich dem Retten von Leben verpflichtet fühlen sollte.

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Wir sind in dieser Welt. Wie wir sind. Mit unserem Charakter, Gedanken und Gefühlen. Mit unserem Glück und unserem Leid. Mit unseren Zielen, Vorstellungen von der Welt, vom Leben. Mit unserer Traurigkeit, unseren Tränen. Mit unserer Phantasie, als Kraft Neues zu entdecken. Mit unserer Zärtlichkeit. Mit unseren Zweifeln, unseren Ängsten, die uns vorsichtig machen. Manchmal misstrauisch, manchmal uns hemmen. Uns aber auch schützen. Mit unserer Sehnsucht, unserer Suche. Mit unseren Bedürfnissen, unseren Wünschen. Mit unseren Können, unseren Fähigkeiten. Und auch unseren Fehlern, unseren Irrwegen. Die wir gehen mussten, um weiter zu kommen. Mit unseren Träumen. Die unser Ansporn sind. Und unseren Sorgen. Die uns fürsorgend sein lassen. Für andere da sein. Lieben.

Alles ist vielschichtig. Was gerade gut erscheint, kann anders werden. Was Schlechtes kann sich zum Guten wenden. Was gestern richtig war, kann morgen anders sein. Das Glück ist veränderlich, wie alles ein werden und ein vergehen ist, nichts ins Unendliche wachsen kann. Was heute als Fehler erscheint, kann morgen genau das Richtige gewesen sein. Unsere Bewertungen, unsere Massstäbe sind veränderlich. Das bedeutet Leben: Veränderung.

Blickt man in diese Welt, so vergisst der Mensch oft diese einfachen Dinge. Er denkt, dass er immer mehr braucht. Mehr Geld. Mehr Macht. Gierig. Süchtig nach allen möglichen. Krank. Blendet er aus, dass sich alles verändern kann. Es im wachsen und mehr werden, nur eine trügerische Sicherheit gibt. Er blendet aus, dass der Mensch ein Teil der Umwelt ist. Schon, in dem er sagt, dass es eine „Um-Welt“ gibt, erhebt er sich über diese „Umwelt“. Sich nicht mehr als ein Teil des Ganzen zu fühlen, sich als etwas besseres zu geben, egoistisch an sich zu denken, ist das Problem.
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Du bist gross. Du bist an der Macht. Du hast Geld. Du hast es geschafft. Du wirst bewundert. Und sonnst dich in deinem Erfolg. Du musst nicht mit dem Pfennig rechnen. Kannst großzügig sein. Es wäre schön, wenn es nur das wäre. Aber du bist süchtig nach mehr. Bist geizig. Schaffst dein Geld in Steueroasen. Am Staat vorbei. Immer mehr. Du willst Macht. Brauchst es zu herrschen. Dabei sind dir die anderen egal. Du benutzt sie. Nutzt sie aus. Mit Lügen. Wenn es sein muss. Bis du dein Ziel erreichst. Und sie wertlos werden. Für dich. Selbst der Richter, der dich verurteilt. Ändert nichts. Kaum bist du aus dem Gefängnis entlassen. Hast du deine alten Posten zurück. Machst weiter wie vorher. Als sei nichts geschehen. Du bist ganz oben. Und ziehst weiter. An den Schnüren deiner Marionetten. Die so gut funktionieren.
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